Für die Sonderausstellung zur Welt der Heilpflanzen entwickelten wir ein sinnliches, generationenübergreifendes Vermittlungskonzept: ein olfaktorischer Farbkompass führte Kinder wie Erwachsene durch die Ausstellung, ergänzt durch Audiostationen und vertiefende Texte für Erwachsene.

Die Ausstellung traf einen Nerv der Zeit – und ging danach auf Wanderschaft: 2017 ins Bündner Naturmuseum Chur, in der Saison 2017/18 ins Naturmuseum Luzern.

Ausgangslage Alle zwei Jahre wird auf der Ausstellungsfläche des Naturmuseums an der Schnittstelle von Natur und Kultur eine neue Sonderausstellung präsentiert. Für das Jahr 2015 planten wir eine Kräuterausstellung. Pflanzen sind aus der Menschheitsgeschichte nicht wegzudenken und durchdringen seit Urzeiten unseren Alltag – als Nahrung, Gewürz, Heilmittel, Räuchermaterial, Droge, Gift, Duft- oder Farbstoff. So entstand die Ausstellung „Wohl oder Übel. Für alles ist ein Kraut gewachsen“, die die Besuchenden in die Welt der Heilpflanzen entführt und sie dazu anregt, ihren Alltag zu reflektieren. Ziel Die geplante Kräuterausstellung sollte Erwachsene, Schulklassen und Familien mit Kindern ab fünf Jahren ansprechen. Bei der Umsetzung sollte ein sinnlicher, haptischer und erlebnisorientierter Ansatz verfolgt werden, gleichzeitig sollten die Texte Wissen auf einfache, aber wissenschaftlich korrekte Weise vermitteln. Darüber hinaus musste sich die Ausstellung an den Kriterien der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) orientieren, die sich an den 17 Nachhaltigkeitszielen der UNO ausrichtet. Umsetzung Um alle Zielgruppen anzusprechen, wurde mit verschiedenen Vermittlungstechniken gearbeitet: vertiefende Texte für Erwachsene, Audiostationen im Storytelling-Format für Kinder mit kleinen Beobachtungs- und Denkaufgaben – zusammengehalten durch einen olfaktorischen Suchauftrag für Gross und Klein. Am Eingang wartete ein Schamane mit neun Düften, jeder mit einem farbigen Kärtchen versehen. Dieser Farbkompass führte durch die Ausstellungsräume zur passenden Pflanze: ihr Lebensraum im ersten Raum, Gläser mit getrockneten Pflanzen im Kräuterhaus, ihre medizinische Wirkung in der Apotheke – und im Ruheraum ein Mobile mit Alltagsprodukten wie Zahnpasta oder Fertigsaucen, in denen die Pflanze heute noch steckt. Ergebnis Die Ausstellung wurde von Gross und Klein sehr gut angenommen, allen voran der Kräuter-Farbkompass. Ursprünglich sollten sich Kinder auf eine Heilpflanze konzentrieren, um sie nicht zu überfordern – tatsächlich drehten viele aus Neugier eine zweite oder dritte Runde und nahmen so deutlich mehr Wissen mit als erwartet. Auch Erwachsene zog es mit Farbkarten durch die Räume. Die Ausstellung traf thematisch einen Nerv der Zeit und erhielt sehr gute Bewertungen. 2017 wurde sie im Bündner Naturmuseum Chur gezeigt, in der Saison 2017/18 im Naturmuseum Luzern.

Naturmuseum Wildnispark Zürich

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