Für die zweite Bauetappe im Langenberg West entwickelten wir eine Steinzeithöhle als neue Erlebniswelt – mit Feuerstelle, Sitzplätzen und Blick auf Wisente und Wildpferde. Ein begleiteter Aktionstag mit dem NONAM brachte die Steinzeit mit allen Sinnen erlebbar: von Höhlenmalerei bis zur Hirschzerlegung durch einen erfahrenen Handwerker.

Rund 1000 Besuchende statt der geplanten 100 – und Geschichten, die noch Jahre später erzählt wurden.

Ausgangslage In der zweiten Bauetappe vom Langenberg West im Wildnispark Zürich wurde 2011 die von mir konzipierte Steinzeithöhle als neue Erlebniswelt errichtet. Die Höhle, die mit einer Feuerstelle und Sitzplätzen ausgestattet ist, fungiert als Erholungsort für Schulklassen und als Rückzugsort für Familien. Gleichzeitig eröffnet sie die Möglichkeit, das Leben unserer Vorfahren nachzuspüren und zu erkunden. Aus der Höhle tretend können Besucher:innen die in der näheren Umgebung befindlichen Wisente beobachten und an manchen Tagen sogar Wildpferde erblicken, während in der Ferne die Flugzeuge des Flughafens Zürichs sichtbar sind. Dies ermöglicht die Synthese von 30'000 Jahren Menschheitsgeschichte auf einen Blick zu erfassen. Ziel Die Höhle, die Tiere und die Erlebniswelten sollen den Besucher:innen vor allem die Steinzeit näherbringen. Dies soll auf authentische, sinnliche, erlebnisorientierte und nachhaltige Weise geschehen. Ziel ist es, eine Anregung zu schaffen, sich mit dem eigenen Leben und der Natur auseinanderzusetzen. Umsetzung In Kooperation mit dem Nordamerika Native Museum (NONAM) wurde ein Aktionstag durchgeführt, der die Erlebniswelten im Langenberg in den Mittelpunkt stellte. In der mongolischen Jurte lauschten die Besuchenden indianischen Mythen, in der Fuchsscheune bastelten Kinder Glücksbringer aus Naturmaterialien, und Rasseln, Trommeln sowie Knochenspiele luden zum Mitmachen ein. Bei der Steinzeithöhle konnte man sein Wissen über Nahrungsmittel aus der Neuen Welt testen. Der Höhepunkt war die Hirschzerlegung, zu der Kinder nur in Begleitung Erwachsener Zugang erhielten. Mit Bernard von Bredow wurde ein experimenteller Archäologe engagiert: Vor den Augen des Publikums zog er einem Hirsch mit selbst hergestellten Steinzeitwerkzeugen aus Knochen und Obsidian das Fell ab, entfernte die Eingeweide und teilte das Fleisch – so sauber und geübt, dass kaum ein Stück Fleisch oder Fett an der Haut hängen blieb. Wer mutig war, durfte selbst versuchen, Fleisch vom Fell zu trennen. Ergebnis Der als Nachmittagsevent für rund hundert Personen angedachte Aktionstag zog etwa tausend Menschen an. Viele Besucher:innen schilderten auch noch Jahre später oft und ausführlich, was sie gesehen hatten. Sie seien mit gemischten Gefühlen hineingegangen und absolut entspannt wieder herausgekommen. Die meisten waren erstaunt, wie sauber der „Steinzeitmensch” den Hirsch mit den simpelsten Werkzeugen zerlegt hat – als sei es seine tägliche Arbeit gewesen. Ein Erlebnis, das vielen wieder bewusst machte, woher das Fleisch tatsächlich kommt.

Wildnispark Zürich – Langenberg West

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